Luzerne, Klee und Kleegras kalken
Leguminosen holen sich ihren Stickstoff mit Hilfe von Knöllchenbakterien aus der Luft. Das klappt nur, wenn der pH-Wert passt. Die DLG zählt Luzerne, Rotklee und Ackerbohne zu den Kulturen mit hohem Kalkanspruch.
Redaktion Meerkalk, Kassel · Stand Oktober 2026 · mit Quellen
Warum Leguminosen Kalk brauchen
Die Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Luzerne, Klee und Ackerbohne arbeiten in sauren Böden schlechter. Ein pH-Wert im Zielbereich hilft der Knöllchenbildung und damit der Stickstoffbindung. Gerade im Ökolandbau, wo Leguminosen einen großen Teil der Stickstoffversorgung tragen, ist die Kalkung deshalb ein Baustein der Fruchtfolge.
Kulturen mit hohem Kalkanspruch
Laut DLG-Merkblatt 456 unter anderem Luzerne, Rotklee, Esparsette, Steinklee, Ackerbohne, Sojabohne und Weiße Lupine.
Wann kalken?
Vor der Aussaat, am besten zur Stoppel der Vorfrucht. So hat der Kalk Zeit zu wirken, bevor die Leguminose aufläuft. Luzerne und Kleegras stehen oft mehrere Jahre, eine Kalkung im Bestand ist dann im Herbst oder Winter auf tragfähigem Boden möglich.
Welcher Zielwert?
Auf dem Acker gelten die Ackerwerte des VDLUFA, bei Kleegras als Dauergrünland die Grünlandwerte.
| Bodenartengruppe | Humus bis 4 % | 4,1–8 % | 8,1–15 % | 15,1–30 % |
|---|---|---|---|---|
| 1 · Sand | pH 5,4–5,8 6 dt | pH 5–5,4 5 dt | pH 4,7–5,1 4 dt | pH 4,3–4,7 3 dt |
| 2 · schwach lehmiger Sand | pH 5,8–6,3 10 dt | pH 5,4–5,9 9 dt | pH 5–5,5 8 dt | pH 4,6–5,1 4 dt |
| 3 · stark lehmiger Sand | pH 6,1–6,7 14 dt | pH 5,6–6,2 12 dt | pH 5,2–5,8 10 dt | pH 4,8–5,4 5 dt |
| 4 · sandiger / schluffiger Lehm | pH 6,3–7¹ 17 dt | pH 5,8–6,5 15 dt | pH 5,4–6,1 13 dt | pH 5–5,7 6 dt |
| 5 · toniger Lehm bis Ton | pH 6,4–7,2¹ 20 dt | pH 5,9–6,7 18 dt | pH 5,5–6,3 16 dt | pH 5,1–5,9 7 dt |
¹ Auf karbonathaltigen Böden mit freiem Kalk keine Erhaltungskalkung.
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