Löslichkeitstest: wie schnell zerfällt das Granulat?
Bleibt granulierter Kalk als Korn auf dem Feld liegen? Das werden wir oft gefragt. Deshalb haben wir unsere beiden Produkte, Kalkgranulat und Kalk mit Schwefel, auf einen Teller mit Erde und in ein Glas Wasser gegeben und drei Stunden lang fotografiert.
Redaktion Meerkalk, Kassel · Stand Oktober 2026 · mit Quellen
Aufbau
Zwei Teller mit humoser Erde, darauf je eine Handvoll Granulat: einmal Kalk mit Schwefel (gröberes Korn, über 4 mm), einmal Kalkgranulat (feineres Korn, 2 bis 4,5 mm). Neben jedem Teller steht ein Glas Wasser, in das ebenfalls Granulat gegeben wurde. Ein handgeschriebener Zettel zeigt auf jedem Foto die Uhrzeit. Fotografiert wurde um 11:30, 11:45, 12:00 und 14:30 Uhr.


Die Zeitreihe
Von links nach rechts: Beginn, nach 15 Minuten, nach 30 Minuten und nach drei Stunden.
Kalk mit Schwefel, gröberes Korn über 4 mm

Beginn 
nach 15 Minuten 
nach 30 Minuten 
nach 3 Stunden
Kalkgranulat, feineres Korn 2 bis 4,5 mm

Beginn 
nach 15 Minuten 
nach 30 Minuten 
nach 3 Stunden
Was zu sehen ist
- Im Wasserglas wird das Wasser bei beiden Produkten milchig trüb. Das Korn zerfällt in sehr feine Teilchen, die im Wasser schweben.
- Auf der Erde nehmen die Körner Feuchtigkeit aus dem Boden auf. Nach drei Stunden sind beide Körnungen auf dem Teller noch zu erkennen: Auf der Erde ist weniger Wasser im Spiel als im Glas, das Korn braucht dort mehr Zeit. Das gröbere Korn des Kalks mit Schwefel ist am deutlichsten zu sehen.
Fazit
Die Körner zerfallen durch Feuchtigkeit und gehen in eine milchige Emulsion über.
Granulat ist also kein Kalk, der als Kugel im Boden liegen bleibt. Das Korn ist nur die Form für das Streuen: staubarm, rieselfähig und mit dem normalen Düngerstreuer zu verteilen. Sobald es nass wird, zerfällt es wieder in feine Teilchen. Beim Kalkgranulat reagiert dieser feine Kalk im Boden mit der Säure, beim Kalk mit Schwefel wird das Sulfat für die Pflanzen verfügbar. Wie das abläuft, zeigt die Seite Wirkung.
Was der Test nicht zeigt
Der Test ist ein Anschauungsversuch mit dem Auge, keine Labormessung. Er sagt nichts darüber, wie schnell der pH-Wert im Boden steigt. Das hängt von Bodenart, Feuchtigkeit, Menge und Einarbeitung ab. Laut DLG-Merkblatt 456 wirken kohlensaure Kalke innerhalb von Tagen bis einigen Monaten, Kreidekalke relativ schnell innerhalb von Tagen bis Wochen. Ob die Kalkung gewirkt hat, zeigt die nächste Bodenprobe.
Selbst ausprobieren
- Einen Teller mit Erde vom eigenen Feld oder aus dem Garten füllen und gut anfeuchten.
- Eine Handvoll Granulat obenauf streuen, ein paar Körner zusätzlich in ein Glas Wasser geben.
- Einen Zettel mit der Uhrzeit dazulegen und fotografieren.
- Nach 15 Minuten, 30 Minuten und einigen Stunden wieder fotografieren und vergleichen.
Fragen zum Granulat und zur Ausbringung beantworten wir gern. Kurz anfragen.
Granulat in der Musterbox

Musterbox mit drei Fächern, gefüllt mit Kalkgranulat unterschiedlicher Körnung 
Grobes, rundes Kalkgranulat in einer Musterbox, Nahaufnahme 
Musterbox mit Fächern, in der Mitte rundes Kalkgranulat 
Kalkgranulat in einer durchsichtigen Musterbox, Nahaufnahme