Grünland kalken: warum, wie viel, wann
Grünland verliert jedes Jahr Kalk. Wird er nicht ersetzt, sinkt der pH-Wert, wertvolle Gräser und Klee gehen zurück, Nährstoffe werden schlechter genutzt. Diese Seite fasst zusammen, was Sie für die Kalkung von Wiesen und Weiden wissen müssen.
Redaktion Meerkalk, Kassel · Stand Oktober 2026 · mit Quellen
Warum Grünland kalken?
Regen wäscht Calcium aus, jeder Schnitt nimmt Calcium und Magnesium mit, und ammoniumhaltige Dünger säuern. Laut DLG-Merkblatt 456 verliert Grünland so jedes Jahr 150 bis 450 kg CaO je Hektar. In den pH-Klassen A und B ergaben sich auf sächsischen Praxisschlägen durchschnittlich 5 bis 12 % Mindererträge (DLG, nach Grunert 2015).
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Ausgangslage. Ein Grünlandboden im anzustrebenden pH-Bereich. Ohne Nachschub bleibt er dort nicht.
Auswaschung. Mit dem Sickerwasser wird Calcium in tiefere Schichten ausgewaschen. Je mehr Niederschlag, desto größer der Verlust.
Entzug durch die Ernte. Mit jedem Schnitt verlassen Calcium und Magnesium die Fläche, laut DLG je nach Kultur 10 bis 80 kg je Hektar.
Säure aus Dünger und Boden. Ammoniumhaltige Dünger und der Abbau von Humus setzen Säure frei. Der pH-Wert sinkt weiter.
Jährlicher Kalkverlust. Auf Grünland gehen laut DLG-Merkblatt 456 jedes Jahr 150 bis 450 kg CaO je Hektar verloren, je nach Bodenart und Niederschlag. Das gleicht die Erhaltungskalkung aus.
Welcher pH-Wert ist das Ziel?
Auf Grünland liegt der anzustrebende pH-Wert deutlich unter dem für Acker, weil wertvolle Gräser eine schwach saure Bodenreaktion bevorzugen (LfL Bayern). Wie hoch er sein soll, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab. Die Probe wird im Grünland aus 0 bis 10 cm Tiefe gezogen.
| Bodenartengruppe | Humus bis 15 %: pH | dt CaO/ha | Humus 15,1–30 %: pH | dt CaO/ha |
|---|---|---|---|---|
| 1 · Sand | 4,7–5,2 | 4 | 4,3–4,7 | 2 |
| 2 · schwach lehmiger Sand | 5,2–5,7 | 5 | 4,6–5,1 | 3 |
| 3 · stark lehmiger Sand | 5,4–6 | 6 | 4,8–5,4 | 4 |
| 4 · sandiger / schluffiger Lehm | 5,6–6,3 | 7 | 5–5,7 | 5 |
| 5 · toniger Lehm bis Ton | 5,7–6,5 | 8 | 5,1–5,9 | 6 |
| 6 · Hochmoor, saures Niedermoor | pH 4,3 · keine Erhaltungskalkung | |||
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Wie viel Kalk pro Hektar?
Liegt der pH-Wert in Klasse C, reicht eine Erhaltungskalkung: 4 bis 8 dt CaO je Hektar bis zur nächsten Bodenuntersuchung, also etwa alle vier Jahre (DLR Rheinland-Pfalz). Mit MEERKALK sind das rund 780 bis 1.570 kg je Hektar, die Sie auch auf jährliche Gaben von etwa 500 kg verteilen können. Liegt der Wert darunter, braucht der Boden eine Auf- oder Gesundungskalkung, deren Menge Ihr Laborbefund nennt. Mehr dazu im Ratgeber Kalk pro Hektar.
Welcher Kalk für Grünland?
Die LfL Bayern empfiehlt auf Grünland im Regelfall kohlensaure Kalke. Die Kalkwirkung ist umso schneller, je feiner der Kalk ist und je poröser das Gestein. Als Granulat lässt sich MEERKALK mit dem normalen Düngerstreuer staubarm ausbringen. Branntkalk ist auf Grünland die Ausnahme, weil er die Narbe verätzen kann und Abstand zur Gülle braucht. Vergleich: kohlensaurer Kalk oder Branntkalk.
Wann kalken?
Der Herbst und Winter gilt als optimaler Zeitpunkt, weil die Winterniederschläge den Kalk bis zur nächsten Nutzung einwaschen (LLH Hessen). Grundsätzlich gibt es keine engen Vorgaben, der Boden muss nur tragen. Nach dem Streuen soll der Kalk durch Abschleppen in die Narbe gebracht werden (DLG). Mehr im Ratgeber Wann kalken?
Und die Gülle?
Regelmäßige Gülledüngung kann die Erhaltungskalkung auf Flächen im Zielbereich zu etwa 50 bis 100 % ersetzen (LfL Bayern). Bei kohlensaurem Kalk sind laut DLG keine kalkbedingten Stickstoffverluste zu erwarten. Details: Kalk und Gülle.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man Grünland kalken?
Kann man Grünland im Frühjahr kalken?
Wie lange nach dem Kalken darf ich mähen oder weiden?
Quellen
- DLG e. V. (2022): DLG-Merkblatt 456 „Hinweise zur Kalkdüngung“, 3. Auflage
- VDLUFA (2000): Standpunkt „Bestimmung des Kalkbedarfs von Acker- und Grünlandböden“, Darmstadt
- LfL Bayern (2022): Leitfaden für die Düngung von Acker- und Grünland (Gelbes Heft), Kap. 2.1.2
- Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (2021): Kalken auf dem Grünland
- DLR Rheinland-Pfalz (2025): Faltblatt „Grünland kalken“